Energiewende

Mehr Sonnenstrom für Wiesbaden: Ausbau wird zentral gesteuert

Wiesbaden stellt die Weichen für eine deutlich stärkere Nutzung der Sonne und verändert dafür die eigenen Strukturen. Künftig laufen Planung und Betrieb der städtischen Solaranlagen an einer zentralen Stelle zusammen. Was das für den Ausbau bedeutet, welche Ziele die Stadt verfolgt und warum sich der Schritt langfristig auszahlen soll, zeigen Details der Entscheidung.

Von: |Erschienen am: 27. Januar 2026 17:05|

Symbolfoto: Canva

Die Landeshauptstadt Wiesbaden treibt den Ausbau ihrer Photovoltaik-Infrastruktur weiter voran. Der Magistrat hat beschlossen, Planung, Betrieb, Wartung und Instandhaltung aller städtischen Solaranlagen künftig im Hochbauamt zu bündeln.

Ziel ist es, den Ausbau effizienter zu gestalten und die Nutzung erneuerbarer Energien innerhalb der Stadtverwaltung deutlich zu erhöhen.

Aktueller Stand und Ausbaupläne

Der jährliche Stromverbrauch der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe liegt bei rund 40 Millionen Kilowattstunden. Derzeit erzeugen 35 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden Solarstrom in einer Größenordnung, die dem Jahresverbrauch von etwa 350 Haushalten entspricht. Da dies lediglich rund drei Prozent des benötigten Stroms abdeckt, plant das Hochbauamt, jährlich weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 600 Kilowattpeak zu errichten.

Damit ließe sich der Bedarf von zusätzlichen 150 Haushalten decken. Neue Anlagen entstehen aktuell unter anderem auf der Ortsverwaltung Auringen sowie auf der Leibnizschule und der Wilhelm-Leuschner-Schule. Weitere Projekte, etwa an der Oranienschule und der Diltheyschule, befinden sich in Vorbereitung.

Stimme aus dem Dezernat

„Mit der Bündelung der Aufgaben im Hochbauamt schaffen wir Effizienz und Qualitätssicherung aus einer Hand. So können wir mehr städtische Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausstatten, unseren Energieverbrauch nachhaltiger decken und gleichzeitig das städtische Budget entlasten. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Stadtverwaltung“, sagt Baudezernent Andreas Kowol (Bündnis 90/Die Grünen).

Klimaschutz und finanzielle Vorteile

Die Stadt nutzt den erzeugten Solarstrom direkt in ihren Gebäuden, darunter Schulen, Kitas, Bürgerhäuser und Verwaltungsstandorte. Dadurch spart Wiesbaden jährlich rund 280.000 Euro ein.

Zudem werden etwa 550 Tonnen CO2 vermieden, was einer Fahrleistung von rund 2,7 Millionen Kilometern mit einem durchschnittlichen Pkw entspricht oder einem Hin- und Rückflug von 200 Personen zwischen Berlin und New York.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ein Grund für die Neuausrichtung liegt in der gesunkenen Einspeisevergütung für Solarstrom. Anlagen, deren Energie direkt vor Ort verbraucht wird, sind wirtschaftlich deutlich attraktiver.

In Kombination mit Stromspeichern kann der tagsüber erzeugte Strom auch in den Abendstunden genutzt werden, was die Effizienz weiter erhöht.

Planung und Qualitätssicherung

Bei der Standortwahl neuer Anlagen berücksichtigt die Stadt Faktoren wie Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung und den spezifischen Strombedarf des Gebäudes. Das Hochbauamt übernimmt künftig nicht nur die Planung neuer Anlagen, sondern auch die Betreuung und das Monitoring bestehender Systeme.

Die zentrale Verantwortung soll sicherstellen, dass Bauqualität, Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit langfristig gewährleistet bleiben.

Ausblick

Mit jeder neuen Solaranlage auf einem städtischen Dach rückt Wiesbaden seinem Ziel näher, eine klimafreundliche und unabhängige Energieversorgung aufzubauen. Die Stadt will den Fortschritt des Photovoltaik-Ausbaus künftig jährlich dokumentieren und transparent machen.

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