Infrastruktur
Zitterpartie um die Wallauer Spange: Baubeginn rückt in weite Ferne – Politik fordert Millionen-Investitionen
Die direkte Bahnanbindung zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen steht auf der Kippe. Während Bundestagsabgeordnete der Region angesichts fehlender Haushaltsmittel Alarm schlagen und Finanzminister Klingbeil in die Pflicht nehmen, dämpft die Deutsche Bahn die Erwartungen: Baurecht und Baubeginn verzögern sich weiter.
Foto: Vectorvision/Stefan Paulisch
Eigentlich sollte 2026 der erste Spatenstich für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region fallen: die Wallauer Spange. Die neue Schienenverbindung soll die Reisezeit zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen auf nur 15 Minuten verkürzen. Doch nach zehn Jahren Planung droht das Projekt nun im Finanzierungs- und Bürokratiedschungel stecken zu bleiben.
„Was baureif ist, wird gebaut“ – Harte Kritik an Berlin
Der Bundestagsabgeordnete Björn Simon, verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, findet deutliche Worte. Angesichts eines Sondervermögens von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klima sei ein Projektstopp aus Geldmangel „nicht hinnehmbar“. Er fordert Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf, im Schulterschluss mit dem hessischen Verkehrsminister Kaweh Mansoori die Finanzierung sicherzustellen.
Unterstützung erhält er vom Wiesbadener Abgeordneten Dr. Stefan Korbach (CDU), der vor gravierenden Folgen für die Wirtschaft und tausende Pendler warnt. Ein Aus der Wallauer Spange sei für die Landeshauptstadt schlichtweg „nicht akzeptabel“. Auch Norbert Altenkamp (MdB für den Main-Taunus-Kreis) betont die wirtschaftliche Relevanz für den Westkreis – ein Stopp sei den Menschen vor Ort nicht vermittelbar.
Deutsche Bahn korrigiert Zeitplan
Während die Politik um die Finanzierung streitet, gibt es von Seiten der Deutschen Bahn (DB) eine weitere Hiobsbotschaft für den Zeitplan. In einer aktuellen Stellungnahme vom 19. Januar 2026 räumt die Bahn ein, dass sich das Verfahren weiter verzögert.
Aufgrund von Ergebnissen aus dem Anhörungsverfahren müssen die Baurechtsunterlagen derzeit überarbeitet werden. Das bedeutet: Eine erneute Offenlage der Unterlagen ist notwendig.
Ein weiterer Erörterungstermin mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) folgt. Mit dem endgültigen Baurecht rechnet die DB nun erst im Jahr 2027.
Damit ist der ursprünglich für 2026 anvisierte Baubeginn offiziell vom Tisch – unabhängig von der aktuellen Haushaltsdebatte in Berlin.
Pendler-Drama . Die Lücke im Schienennetz bleibt
Die Wallauer Spange gilt als Herzstück des Schienenknotens Frankfurt. Sie soll nicht nur Wiesbaden besser anbinden, sondern auch den Fernverkehr entlasten. Für die Region bedeutet die erneute Verzögerung, dass die dringend benötigte Entlastung auf der Schiene und der Autobahn A66 weiterhin Zukunftsmusik bleibt.
Ob der politische Druck auf das Bundesfinanzministerium ausreicht, um zumindest die finanzielle Freigabe für 2027 zu sichern, bleibt abzuwarten. Für Wiesbaden und den Main-Taunus-Kreis bedeutet das aktuelle Update der Bahn vor allem eines: Geduldsprobe ohne Ende.
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