Digitalisierung
Fünf Jahre digital heiraten: Ein Service, der Paare begeistert
Wiesbaden hat zu Beginn des Jahrzehnts einen mutigen Schritt gewagt und damit den Weg für eine neue Art der Eheschließung eröffnet. Was als digitales Experiment begann, hat sich längst zu einem Service entwickelt, der Paare entlastet, Behörden modernisiert und sogar bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Warum das Angebot so gut ankommt und welche Rolle ein besonderes Identifizierungsverfahren spielt, zeigen die Prozesse im Hintergrund.
Symbolfoto
In Wiesbaden können Paare seit fünf Jahrresn ihre Eheschließung digital anmelden. Die Stadt gehörte bundesweit zu den ersten Behörden, die diesen Verwaltungsweg eröffneten und damit sowohl Zeitaufwand als auch persönliche Behördengänge reduzierten.
Entlastung für Paare und Verwaltung
Für Paare mit Wohnsitz in Wiesbaden bringt das Verfahren spürbare Vorteile. Viele notwendige Schritte lassen sich online vorbereiten, ohne vor Ort erscheinen zu müssen. Das sorgt für mehr Flexibilität und entlastet gleichzeitig die städtischen Mitarbeitenden.
Wahlfreiheit bei der Identifizierung
Ein wesentlicher Bestandteil des Angebots ist die freie Wahl der digitalen Identifizierung. Bürgerinnen und Bürger können zwischen der eID-Ausweisfunktion und dem VideoIdent-Verfahren wählen. Diese Flexibilität erleichtert den Zugang und macht den Service für unterschiedliche Lebenssituationen nutzbar.
VideoIdent als Teil der Smart City Strategie
Das VideoIdent-Verfahren ist inzwischen fest in der Smart City Strategie Wiesbadens verankert. Bereits 2023 wurde es auch für die Online-Meldung des Wohnsitzes eingeführt.
Wiesbaden war damals die erste Stadt in Deutschland, die digitale An- und Ummeldungen ermöglichte. Aus dem Pilotprojekt entwickelte sich ein praxistaugliches Modell, das sich auf weitere digitale Verwaltungsleistungen übertragen lässt.
Hohe Nutzung und positive Rückmeldungen
Die Zahlen zeigen eine deutliche Akzeptanz: Seit Einführung des Angebots nutzten 8.993 Personen die Online-Anmeldung zur Eheschließung (Stand: 30.09.2025). Bei jährlich rund 1.200 Eheschließungen entscheiden sich inzwischen mehr als zwei Drittel der Paare für den digitalen Weg.
Rund 93 Prozent wählen das VideoIdent-Verfahren, etwa 7 Prozent die eID-Funktion. Ein integriertes Feedbacksystem zeigt eine hohe Zufriedenheit: 91 Prozent der Rückmeldungen fallen positiv aus.
Stadt setzt auf nutzerorientierte Verwaltung
Dezernentin Maral Koohestanian (Volt) hebt die Bedeutung des Angebots hervor: „Die Online-Anmeldung der Eheschließung zeigt, wie eine Stadtverwaltung aussehen kann, wenn sie ihre Angebote konsequent nach den Bedürfnissen der Menschen gestaltet.
Paare aus Wiesbaden sowie mit internationalem Hintergrund erhalten einen sicheren, verlässlichen und einfach zugänglichen digitalen Zugang zur Verwaltung. Digitale Verwaltung bedeutet für uns, Hürden abzubauen und Menschen in ihrer Vielfalt zu erreichen. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die Zeit schenkt statt Zeit zu nehmen und im Alltag spürbar entlastet.“
Interesse über die Stadtgrenzen hinaus
Auch andere Kommunen haben das Verfahren der digitalen Eheschließung inzwischen aus Wiesbaden übernommen, darunter Düsseldorf, Stuttgart und Reutlingen. Zudem wurde der Service bereits ausgezeichnet und auf dem internationalen Creative Bureaucracy Festival vorgestellt.
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