Liliencup 2026 / Fotostrecke

Volles Haus, große Emotionen und toller Fussball aus Wien und Mainz in Wiesbaden

Was für ein Finaltag in der hessischen Landeshauptstadt! Während Gastgeber Spvgg Sonnenberg mit einem historischen Punktgewinn gegen Rotterdam die Halle zum Kochen brachte, zauberte sich Rapid Wien mit spielerischer Eleganz zum verdienten Turniersieg. Zwischen prominenten Weltmeister-Besuch, hitzigen Duellen und einer Gänsehaut-Inszenierung vor dem Finale bot der 31. Liliencup alles, was das Fußballherz begehrt.

Von: |Erschienen am: 18. Januar 2026 21:13|

Fotos: Detlef Gottwald

Der zweite Turniertag des 31. Liliencups in Wiesbaden begann bereits am Vormittag vor gut gefüllten Rängen und entwickelte sich im Laufe des Tages zu einem echten Publikumsmagneten.

Die Halle war schließlich bis auf den letzten Platz besetzt, und besonders die Teams aus der Region, allen voran der FSV Mainz 05 und Gastgeber Spvgg Sonnenberg, wurden lautstark unterstützt.

Finalspieltag noch attraktiver

Gegenüber dem guten Auftaktniveau vom Vortag war noch einmal eine Steigerung spürbar: Die Spiele wurden intensiver geführt, taktisch variabler gestaltet und boten insgesamt ein höheres fußballerisches Niveau. Viele Begegnungen gewannen an Tempo und Spannung, was die Atmosphäre zusätzlich belebte.

Für einen der emotionalsten Momente der Vorrunde sorgte schließlich die Spvgg Sonnenberg selbst: Mit einem Unentschieden gegen Feyenoord Rotterdam gelang dem Gastgeber nach Jahrzehnten ein unerwarteter, historischer und viel umjubelter Achtungserfolg.

Mainz spielerisch leicht

In Gruppe A bestätigten die dominierenden Teams vom Vortag ihre Form. Der FSV Mainz 05 setzte sich mit einer konstanten und spielerisch überzeugenden Vorstellung an die Tabellenspitze, gefolgt vom 1. FC Heidenheim, der über weite Strecken strukturiert und zielstrebig agierte.

Feyenoord Rotterdam zeigte vor allem im deutlichen 6:0 Sieg gegen Heidenheim seine Offensivqualitäten, konnte damit aber lediglich Rang drei behaupten.

Sonnenberg wird belohnt

Für einen besonderen Moment sorgte Gastgeber Spvgg Sonnenberg. Der klare Außenseiter hatte bereits am Vortag überrascht, als er nur Sekunden vor Schluss ein Unentschieden gegen den späteren Turniervierten Heidenheim verpasste.

Nun gelang dem Team von Trainer Gabriel Dursun sogar ein Punktgewinn gegen Feyenoord Rotterdam. Das 2:2 wurde auf den Rängen begeistert gefeiert und entwickelte sich zu einem der emotionalen Höhepunkte der Vorrunde.

Wilde Szenen zwischen Mainz und Bremen

Die Partie zwischen Mainz und Bremen entwickelte sich zu einem der intensiveren Spiele des Tages. Beide Teams kassierten im Verlauf mehrere Zeitstrafen. Kurz vor Schluss nutzte Mainz eine doppelte Überzahlsituation, als sich zwei Bremer  gleichzeitig auf der Strafbank befanden, und erzielte im Vier-gegen-Zwei kurz vor Ende das entscheidende 3:2.

Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer größeren Rudelbildung mit einigen heftigen Schubsereien, die jedoch rasch unter Kontrolle war und ohne Folgen blieb. Umso sportlicher wirkten die beiden Bremer Spieler, die sich später am Mikrofon vor der gesamten Halle für ihr Verhalten sowie die Szenen entschuldigten und damit aktiv zur Deeskalation beitrugen.

Rapid und Lautern setzen Akzente

Auch in Gruppe B setzten sich die spielstärksten Mannschaften durch. Der SK Rapid Wien dominierte die Vorrunde mit klarer Linie und hoher Ballsicherheit, dicht gefolgt vom 1. FC Kaiserslautern, der mit zwei weiteren Siegen und viel Dynamik seine starke Form bestätigte. Der FC Augsburg sicherte sich knapp den dritten Platz vor dem punktgleichen SV Wehen Wiesbaden.

Besuch von Weltmeister „Litti“

Nach Abschluss der Vorrunde sorgte die Cheerleadergruppe „Chear for You“ aus Frankfurt für zusätzliche Stimmung auf den Rängen und trug dazu bei, dass sich die Atmosphäre in der Halle noch gelöster und ausgelassener wurde.

Zudem gab sich Weltmeister und Sympathieträger Pierre Littbarski die Ehre. Der frühere Nationalspieler nahm sich viel Zeit für die jungen Besucher und war sich nicht zu schade, bei zahlreichen Selfies sogar selbst die Kamera zu übernehmen.

Furioses Halbfinale

In einem der hochklassigsten Spiele des gesamten Turniers musste Mainz 05 im Südwestderby-Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern eine bittere Niederlage hinnehmen. Die Lauterer starteten furios, überrannten die zunächst sichtlich verunsicherten Mainzer und stellten früh auf 4:0.

Doch die 05er fanden allmählich zu ihrer Linie, zeigten ihre spielerische Qualität und beeindruckten mit starken individuellen Aktionen im offensiven Eins-gegen-eins. In einer packenden Schlussphase kämpften sie sich auf 3:4 heran, doch am Ende genügte die Zeit nicht mehr. Im zweiten Halbfinale setzte sich die ebenfalls spielstarken Östereicher von Rapid Wien knapp aber verdient mit 1:0 gegen den 1. FC Heidenheim durch.

Spiel um Platz 3 begeistert

Mit einem furiosen 6:4-Sieg sicherte sich Mainz den dritten Platz in einem Spiel, das vor allem von der Spielfreude lebte. Überragender Akteur auf dem Platz war Luca Hampel: Der zum Spieler des Turniers gekürte Mainzer glänzte mit vier Toren und ausgefeilter Technik.

Wie alle Talente dieses Turniers träumt auch er von der großen Bühne, doch der Weg dorthin ist steinig und erfüllt sich für die wenigsten. Von den Talenten, die an den Nachwuchsleistungszentren ausgebildet werden, etablieren sich gerade einmal 3,5 Prozent im Profibereich der 1. und 2. Bundesliga. In der 1. Bundesliga selbst ist es ein Nachwuchsspieler von 100.

Gänsehautmoment vor dem Finale

Die Einleitung des Finales hätte kaum glanzvoller sein können. In der stimmungsvoll abgedunkelten Arena verstand es Micha Spannaus als Moderator meisterlich, das Publikum zu mobilisieren und die Vorfreude mit einer mitreißenden La-Ola-Welle zum Sieden zu bringen.

Flankiert von den Frankfurter Cheerleadern und begleitet von stolzen Einlaufkindern, wurde der Einzug der Mannschaften zu einem emotionalen Moment der Begeisterung für Spieler und Zuschauer. Besser geht es kaum.

Rapid mit Klasse statt Härte zum Turniersieg

Das Finale geriet zu einer klaren Angelegenheit für Rapid Wien, das sich als rundum verdienter Turniersieger präsentierte. Die sympathischen Österreicher siegten mit 6:1 gegen den Nacheuchs aus Kaiserslautern und überzeugten das gesamte Wochenende über mit feinen spielerischen Akzenten und einem Auftreten, das ganz ohne übertriebene Härte oder unnötigen Körpereinsatz auskam.

Bemerkenswert war zudem, dass zwei der auffälligsten Mannschaften des Turniers von Trainern betreut wurden, die, ganz im Sinne von Pierre Littbarski, dem Dribbling und Eins‑gegen‑eins-Situationen einen zentralen Stellenwert geben. Mark Heidenmann von Mainz 05 integriert diese Elemente „positionsspezifisch für die jeweiligen Spieler“ ins Training, während Florian Forster von Rapid Wien auf „kleine Spielformen in kleinen Gruppen“ setzt, um diese Fähigkeiten bei möglichst allen Jugendlichen weiterzuentwickeln.

Eine Fotostrecke vom zweiten Turniertag mit 154 Bildern gibt es hier:

Lob für perfekte Organisation

Während Wiesbadens Oberbürgermeister Mende (SPD) am Mikrofon das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer würdigte, ohne die ein solches Event undenkbar wäre, kannte der Jubel nur wenige Meter weiter keine Grenzen mehr: Die Turniersieger aus Wien feierten ihren Erfolg lautstark mit der traditionellen Sektdusche auf dem Hallenparkett.

Das Lob der Teilnehmer für die Organisation, Unterbringung und Betreuung war an diesem Wochenende allgegenwärtig. Stellvertretend für das gesamte Feld hob Rapid-Trainer Florian Forster die besondere Herzlichkeit hervor und betonte das über Jahre gewachsene, freundschaftliche Verhältnis zu den Sonnenberger Organisatoren um Jörg Wintermeyer sowie ihrem persönlichen Betreuer René Ackermann.

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Infobox

Ergebnisse im Überblick

Gruppe A – Ergebnisse

Spvgg Sonnenberg – SV Werder Bremen 0:5
Feyenoord Rotterdam – FSV Mainz 05 2:3
FC Schalke 04 – 1. FC Heidenheim 1:3
SV Werder Bremen – Feyenoord Rotterdam 2:2
1. FC Heidenheim – Spvgg Sonnenberg 3:2
FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 6:2
SV Werder Bremen – 1. FC Heidenheim 1:5
FC Schalke 04 – Feyenoord Rotterdam 0:3
Spvgg Sonnenberg – FSV Mainz 05 0:7
FC Schalke 04 – SV Werder Bremen 2:3
FSV Mainz 05 – 1. FC Heidenheim 1:1
Feyenoord Rotterdam – Spvgg Sonnenberg 2:2
SV Werder Bremen – FSV Mainz 05 2:3
1. FC Heidenheim – Feyenoord Rotterdam 0:6
Spvgg Sonnenberg – FC Schalke 04 0:4

Tabelle Gruppe A

 Platz Team  Spiele Tore  Diff  Punkte
1 FSV Mainz 05 5 16:5 +11 13
2 1. FC Heidenheim 5 20:9 +11 12
3 Feyenoord Rotterdam 5 13:12 +1 7
4 SV Werder Bremen 5 9:13 –4 7
5 FC Schalke 04 5 5:14  –9 3
6    Spvgg Sonnenberg 5  10:20 –10 1

Gruppe B – Ergebnisse

Eintracht Frankfurt – SK Rapid Wien 2:3
FC St. Pauli – SV Wehen Wiesbaden 1:3
FC Augsburg – 1. FC Kaiserslautern 1:4
SK Rapid Wien – FC St. Pauli 6:0
FC Kaiserslautern – Eintracht Frankfurt 6:2
SV Wehen Wiesbaden – FC Augsburg 0:6
SK Rapid Wien – 1. FC Kaiserslautern 4:3
Eintracht Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden 1:5
FC Augsburg – SK Rapid Wien 0:3
SV Wehen Wiesbaden – 1. FC Kaiserslautern 1:5
FC St. Pauli – Eintracht Frankfurt 2:1
SK Rapid Wien – SV Wehen Wiesbaden 0:0

Tabelle Gruppe B

 Platz Team  Spiele  Tore  Diff  Punkte
1 SK Rapid Wien 5  16:5 +11 13
2 1. FC Kaiserslautern 5 20:9 +11 12
3   FC Augsburg 5 13:12 +1 7
4 SV Wehen Wiesbaden 5 9:13 –4 7
5 FC St. Pauli 5 5:14 –9 3
6 Eintracht Frankfurt 5 10:20 –10 1

Halbfinale

FSV Mainz 05 – 1. FC Kaiserslauter 3:4

SK Rapid Wien – 1. FC Heidenheim 1:0

Spiel um Platz 5

Feyenoord Rotterdam – FC Augsburg 6:4 n.E.

Spiel um Platz 3

FSV Mainz 05 – 1.FC Heidenheim 6:4

Finale

1. FC Kaiserlslautern – SK Rapid Wien 1:6