Verkehrspolitik
Mende und Kowol alarmiert: Wallauer Spange darf nicht scheitern
Ein zentrales Verkehrsprojekt für die Region droht ins Stocken zu geraten. In Wiesbaden schrillen die Alarmglocken. Nachdem Zweifel an der Finanzierung der Wallauer Spange laut wurden, fordert die Stadtspitze jetzt deutliche Antworten aus Berlin. Warum das Projekt so entscheidend ist und welche Folgen ein Rückzug des Bundes hätte, zeigt die aktuelle Lage.
Foto: Webseite DB Netz AG
Die Zukunft des Bahnprojekts Wallauer Spange ist ungewiss. Nach Medienberichten und einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage ist die Finanzierung derzeit nicht gesichert.
Die Stadt Wiesbaden reagiert mit deutlicher Kritik und fordert vom Bund ein klares Bekenntnis.
Unverständnis über mögliche Finanzierungslücke
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) zeigt sich angesichts der neuen Informationen verärgert. „Diese Entwicklung wäre für dieses für das Rhein-Main-Gebiet so wichtige Bahnprojekt ein Schlag ins Gesicht tausender Pendlerinnen und Pendler, die auf einen verlässlichen Bahnverkehr angewiesen sind.
Nach jahrelanger Planung und wiederholten öffentlichen Zusagen der Bundesregierung käme eine solche Ankündigung einem Vertrauensbruch gleich. Die Landeshauptstadt Wiesbaden fordert den Bund auf, die Finanzierung wie versprochen sicherzustellen und die Realisierung des Projektes ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben“, erklärt Mende. Ähnlich hatte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Gottwald geäußert.
Belastete Pendler und überfüllte Züge
Auch Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert die Situation deutlich. „Die Fahrgäste in der Pendlerregion Rhein-Main müssen sich schon jetzt in den Stoßzeiten in viel zu vollen S-Bahnen und Regionalbahnen auf den Weg zur Arbeit machen. Der Bau einer dritten, leistungsstarken Zugverbindung zwischen Wiesbaden und Frankfurt ist seit langem dringend erforderlich – für die Menschen und die Unternehmen in der Region.“
Ein möglicher Rückzug des Bundes wäre aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar. „Dies würde zudem ein fatales Signal an den Wirtschaftsstandort Rhein-Main senden und dessen Attraktivität gefährden. Die seit vielen Jahren geplante Maßnahme ist von erheblicher verkehrlicher und wirtschaftlicher Bedeutung für das Nah- und Fernverkehrsnetz. Wir erwarten, dass sich der Bund klar zu diesem Projekt bekennt und seine Zusagen einhält.“
Bedeutung der Wallauer Spange
Die Wallauer Spange soll eine direkte Schienenverbindung zwischen dem Wiesbadener Hauptbahnhof und der ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main schaffen. Geplant ist eine deutliche Verkürzung der Fahrzeiten zum Frankfurter Flughafen, zum Frankfurter Hauptbahnhof und nach Darmstadt.
Zudem soll ein neuer Haltepunkt zwischen Delkenheim und Hofheim-Wallau den Wiesbadener Osten besser an das regionale Schienennetz anbinden. Die Verbindung gilt als zentraler Baustein zur Entlastung bestehender Linien und zur Stärkung der regionalen Mobilität.
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Ein zentrales Verkehrsprojekt für Wiesbaden steht plötzlich auf der Kippe. Während der Bund den Start verschiebt, […]

