Straßenverkehrsgefährdung

Geisterfahrer-Drama auf der A3 bei Wiesbaden: Über 20 Kilometer im Gegenverkehr – Polizei stoppt Sünder

Auf der Autobahn 3 bei Wiesbaden ist in der Nacht von Sonntag auf Montag ein hochgefährlicher Falschfahrer gestoppt worden. Ein 41-jähriger rumänischer Staatsangehöriger fuhr über viele Kilometer entgegen der Fahrtrichtung, stand erheblich unter Alkoholeinfluss und hatte in Deutschland eigentlich keine Fahrerlaubnis mehr.

Von: |Erschienen am: 12. Januar 2026 09:47|

Symbolfoto

Es sind Szenen wie aus einem Actionfilm, die sich in der Nacht vom Sonntag auf Montag, 12. Januar, auf der Autobahn 3 abspielten – doch für die betroffenen Autofahrer war es tödlicher Ernst. Ein 41-jähriger Mann verursachte eine der gefährlichsten Falschfahrten der letzten Jahre im Rhein-Main-Gebiet.

Start am Parkplatz Johannispfad – Ignoranz gegenüber Blaulicht

Die Wahnsinnsfahrt begann nach ersten Erkenntnissen auf dem Parkplatz Johannispfad, gelegen zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Anschlussstelle Raunheim in Höhe von Hochheim um etwa 1:00 Uhr. Von dort bog der Fahrer eines hellen Pkw falsch auf die Autobahn ein und raste in Richtung Norden – allerdings auf der Richtungsfahrbahn Süd (Frankfurt).

Mehrere Notrufe gingen bei der Polizei ein. Eine erste Funkstreife von der Autobahnpolizeistarion Wiesbaden in Medenbach raste dem Geisterfahrer entgegen, warnte den nachfolgenden Verkehr mit Blaulicht und versuchte, den Wagen zu stoppen. Doch der Fahrer zeigte sich völlig unbeeindruckt. Er manövrierte sein Fahrzeug einfach durch die fließenden Autos hindurch und setzte seine Fahrt unbeirrt fort, obwohl er das Polizeifahrzeug zwingend hätte bemerken müssen. Es ging weiter Richtung Niedernhausen.

Heldenhafter Lkw-Fahrer bildet Barriere bei Idstein

Da der Falschfahrer nicht stoppte, griffen die Beamten im Bereich Idstein zu drastischen Maßnahmen. Während eine zweite Streife den Verkehr in Richtung Süden komplett zum Erliegen brachte, reagierte ein Lkw-Fahrer geistesgegenwärtig. Er stellte seinen Sattelzug quer über alle Fahrspuren und schuf so eine unüberwindbare Barriere.

Der Falschfahrer raste bis unmittelbar vor den Lastwagen, stoppte, wendete sein Fahrzeug und versuchte nun, „richtig herum“ in Richtung Süden zu flüchten. Doch die Flucht währte nicht lange. Drei Streifen der Autobahnpolizei Wiesbaden kesselten das Fahrzeug nach wenigen Kilometern ein. Selbst bei der Festnahme versuchte der 41-jährige Rumäne noch, die Anhaltesignale zu ignorieren und weiterzufahren.

Erheblich alkoholisiert Promille und kein Unbekannter: Auto beschlagnahmt

Der Grund für die totale Enthemmung des Fahrers wurde beim Alkoholtest deutlich. Das Gerät zeigte einen Wert von 2,31 Promille. Doch damit nicht genug- Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann bereits mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer aufgefallen war und in Deutschland mit einem Fahrverbot belegt ist.

Die Konsequenzen sind diesmal endgültig. Der rumänische Führerschein des 41-Jährigen wurde sofort sichergestellt. In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wurde auch sein Fahrzeug beschlagnahmt und eingezogen. Ihn erwarten nun Anklagen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Trunkenheit.

Polizei sucht dringend weitere Geschädigte

Obwohl der Autobahnpolizei bereits einige Autofahrer bekannt sind, die dem Geisterfahrer ausweichen mussten, werden weitere Zeugen gesucht. Insbesondere Personen, die den Beginn der Falschfahrt am Parkplatz Johannispfad beobachtet haben oder gefährdet wurden, sollen sich melden.

 Zeugen wenden sich bitte an die Autobahnpolizei Wiesbaden unter der Telefonnummer 0611/345-4140 oder E-Mail: past-wiesbaden-deg.ppwh@polizei.hessen.de

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