Arbeitslosenstatistik

Wiesbadener Arbeitsmarkt zum winterlichen Jahresende wie eingefroren

Der Stellenmarkt zeigt sich im Dezember im Raum Wiesbaden unverändert und zugleich spürbar ausgebremst. Während die Zahl der Arbeitslosen leicht steigt, bleiben neue Impulse rar. Warum Unternehmen zurückhaltender agieren, welche Gruppen besonders betroffen sind und wo dennoch Chancen bestehen, verraten die aktuellen Zahlen.

Von: |Erschienen am: 7. Januar 2026 16:48|

Symbolfoto

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden , also in der Stadt Wiesbaden und im Rheingau‑Taunus‑Kreis, ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2025 erneut gestiegen.

Insgesamt waren 18.144 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet, 72 mehr als im November und 426 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 6,8 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert von 6,7 Prozent.

Wenig Dynamik auf dem Arbeitsmarkt

„Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Wiesbaden zeigt sich zum Jahresende auf einem über das Jahr hinweg gleichbleibenden Niveau, dem es an belebenden Impulsen fehlt“, erklärt Stephen Spieker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Wiesbaden.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen sei im Laufe des Jahres deutlich zurückgegangen. „Unternehmen gehen bei Neueinstellungen sehr zurückhaltend vor“, so Spieker.

Übergänge seltener

Trotz der verhaltenen Entwicklung gebe es weiterhin Wechsel aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung. „Der Arbeitsmarkt in Wiesbaden bietet nach wie vor Chancen“, betont Spieker, „allerdings mit deutlich geringerer Bewegung als in früheren Jahren“.

Besonders betroffen vom jüngsten Anstieg seien ältere Arbeitslose sowie Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung.

Arbeitsagentur setzt auf Qualifizierung

„Gerade in dieser Phase ohne belebende Impulse kommt es darauf an, Übergänge gezielt zu unterstützen und Qualifizierungsangebote frühzeitig einzusetzen“, sagt Spieker.

Er verweist auf die Rolle der Behörde: „Wir beraten Arbeitssuchende frühzeitig, begleiten Qualifizierungswege und stehen Unternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn es um Besetzung, Weiterentwicklung und Sicherung von Beschäftigung geht.“

Unterschiede in den Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III waren im Dezember 5.196 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 175 Personen mehr als im November und 334 mehr als vor einem Jahr.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) registrierten die Jobcenter 12.948 Arbeitslose. Das waren 103 weniger als im November, aber 92 mehr als im Vorjahr. Insgesamt betreuten die Jobcenter 71,4 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk.

Rückgang bei Neumeldungen

Im Dezember wurden 447 neue Stellen gemeldet. Das sind 98 weniger als im Vormonat und 53 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt standen 2.259 offene Stellen zur Verfügung.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank zum Stichtag 30. Juni 2025 gegenüber dem Vormonat um 415 Personen. Mit 197.419 Beschäftigten lag der Wert dennoch um 1.755 Arbeitsverhältnisse über dem Vorjahresniveau (+0,9 Prozent).

Quote bleibt in Wiesbadenbei 8 Prozent

In der Landeshauptstadt waren im Dezember 13.063 Menschen arbeitslos gemeldet, 23 mehr als im November und 343 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 8 Prozent. Im SGB‑III‑Bereich stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 3.506 Personen. Im SGB‑II‑Bereich waren 9.557 Menschen registriert. Die Jobcenter betreuten damit 73,2 Prozent aller Arbeitslosen.

Der Stellenmarkt verzeichnete 289 neue Meldungen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr. Insgesamt standen 1.464 offene Stellen zur Verfügung.

Rheingau‑Taunus‑Kreis

Im Rheingau‑Taunus‑Kreis waren im Dezember 5.081 Menschen arbeitslos gemeldet – 49 mehr als im November und 83 mehr als vor einem Jahr. Die Quote stieg leicht auf 5 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III wurden 1.690 Arbeitslose gezählt, im SGB II waren es 3.391. Die Jobcenter betreuten 66,7 Prozent aller Arbeitslosen. 158 neue Stellen wurden im Dezember gemeldet. Insgesamt standen 795 offene Stellen zur Verfügung.

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