Kriminalität

Prozessbeginn nach unfassbarer Messergewalt im Biebricher Schlosspark

Vor dem Landgericht Wiesbaden wird jetzt ein Fall verhandelt, der bereits seit Monaten für Fassungslosigkeit sorgt. Ein Mann soll einen hochbetagten Spaziergänger ohne erkennbares Motiv angegriffen und getötet haben. Am ersten Verhandlungstat wurden Details zum Tatverlauf bekannt, die an einen Blutrausch erinnern und erschüttern. Das Tatmotiv ist ungewöhnlich-skurril.

Von: |Erschienen am: 7. Januar 2026 09:54|

Archivfoto

Der Prozess gegen einen 57‑jährigen Mann hat vor dem Landgericht Wiesbaden begonnen. Dieser soll im Mai 2025 einen 86‑jährigen Spaziergänger im Schlosspark Biebrich getötet haben.

Die Ermittlungen hatten früh ergeben, dass das Opfer offenbar zufällig ausgewählt wurde. Hinweise auf ein Raubmotiv gab es nicht, was die Tat bereits im vergangenen Jahr besonders rätselhaft machte. Unmittelbar nach der Tat war man zunächst von einem Streit ausgegangen.

Bizzares Tatmotiv

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, gezielt nach einem älteren Menschen gesucht zu haben, um diesen zu töten. Der Leitende Oberstaatsanwalt Florian Breidenbach schilderte, der Mann habe nach seiner Festnahme ausgesagt, ein älteres Opfer gewählt zu haben, weil dessen Lebenserwartung geringer sei. Zudem habe er den Angriff bewusst geplant.

„Mit dieser Absicht hat er morgens das Haus verlassen,“ so Breidenbach. „Um danach selbst von der Polizei erschossen zu werden. Weil ihm sein eigenes Leben nicht mehr lebenswert vorgekommen sei, habe er sterben wollen“

Frau im Visier bei Opfersuche

Nach Angaben der Anklage hatte der Mann zunächst eine ältere Frau beobachtet. Diese wählte jedoch eine andere Richtung. Daraufhin sei er in den Schlosspark gegangen, wo er den späteren 86‑jährigen Geschädigten traf. Der Senior war mit einem Gehstock unterwegs, als der mutmaßliche Täter ihn attackierte.

Opfer verblutete nach 81 Messerstichen

Laut Anklage fügte der 57‑Jährige dem Rentner insgesamt 81 Schnitt‑ und Stichverletzungen am Oberkörper, im Nacken und im Gesicht zu.

Der Mann verblutete innerhalb von etwa 30 Minuten am Tatort. Nach der Tat soll der Angeklagte die eintreffenden Polizeibeamten aufgefordert haben, ihn zu erschießen. Die Beamten überwältigten ihn und nahmen ihn fest.

Gutachten sieht Schuldfähigkeit

Zu Beginn der Ermittlungen stand die Frage im Raum, ob der Beschuldigte möglicherweise psychisch erkrankt und nicht voll schuldfähig sein könnte.

Ein erstes Gutachten kam jedoch zu dem Ergebnis, dass der Mann schuldfähig sei, auch wenn „einige Auffälligkeiten“ vorlägen. Im laufenden Prozess soll ein weiteres ausführliches Gutachten folgen.

Fortsetzung des Verfahrens

Das Landgericht hat mehrere Verhandlungstage angesetzt, die sich bis Ende Januar erstrecken sollen. Im Mittelpunkt stehen nun die Bewertung der Schuldfähigkeit, die Motive des Angeklagten und die Rekonstruktion der Tat im Schlosspark Biebrich.

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