Würdigung

Neue Gedenktafel holt Schriftsteller Hłasko ins Stadtbild zurück

In Wiesbaden wird jetzt einem außergewöhnlichen polnischen Autor ein stilles, aber eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Die neue Gedenktafel erzählt nicht nur von seinem Werk, sondern auch von einem bewegten Leben, das weit über Landesgrenzen wirkte. Warum gerade dieses Haus eine besondere Rolle spielt, zeigt der Blick in die Geschichte.

Von: |Erschienen am: 6. Januar 2026 19:29|

Symbolfoto

An der Hauberrisserstraße 26 weist nun eine Gedenktafel auf das Wirken des polnischen Schriftstellers Marek Hłasko hin.

Initiiert wurde sie vom Deutsch-Polnischen Verein Wiesbaden, der damit das in Polen ausgerufene „Jahr von Marek Hłasko“ begleitet. Das Stadtarchiv gestaltete die Tafel, mit der die Landeshauptstadt das literarische Erbe des als Nationaldichter verehrten Autors hervorhebt.

Frühe Jahre und literarischer Durchbruch

Bekannt wurde Hłasko vor allem durch seinen Erzählband „Der erste Schritt in den Wolken“, der ihm internationale Aufmerksamkeit verschaffte. Geboren wurde Marek Jakub Hłasko am 14. Januar 1934 in Warschau. Seine Jugend war geprägt von schwierigen familiären Umständen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs.

1949 begann er eine Ausbildung, die er jedoch nicht abschloss. Drei Jahre später arbeitete er als Arbeiterkorrespondent für die Tageszeitung „Trybuna Ludu“. 1953 erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, 1954 erschien sein erstes Buch.

Filmische Adaptionen und persönliche Wendepunkte

Mehrere seiner Werke wurden verfilmt. Während der Dreharbeiten zu „Der achte Wochentag“ begegnete er der deutschen Schauspielerin Sonja Ziemann, die später seine Ehefrau wurde. 1958 ehrten ihn die Polnischen Verleger mit einem renommierten Literaturpreis.

Seine kritische Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem Sozialismus führte jedoch dazu, dass ihm nach einem längeren Auslandsaufenthalt die Rückkehr in sein Heimatland verwehrt blieb. In den folgenden Jahren lebte Hłasko unter anderem in West-Berlin, Israel, der Schweiz und den USA.

Letzte Jahre und Tod in Wiesbaden

1969 plante Hłasko ein weiteres Filmprojekt. Für ein Treffen mit einem Produzenten reiste er nach Wiesbaden. Dort starb er am 14. Juni 1969 im Haus Hauberrisserstraße 26. Auf dem Wiesbadener Südfriedhof befindet sich ein symbolisches Grab, das an ihn erinnert. Seine sterblichen Überreste wurden 1975 nach Warschau überführt und dort beigesetzt.

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