Vorsicht

Lebensgefahr auf dem Eis: Stadt Wiesbaden warnt vor dem Betreten zugefrorener Gewässer

Die anhaltende Kältewelle lässt Teiche und Seen in der Landeshauptstadt scheinbar sicher zufrieren. Doch der Schein trügt. Die Stadt Wiesbaden warnt jetzt eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen. Besonders im Schiersteiner Hafen und auf den Weihern im Stadtgebiet besteht akute Einbruchgefahr – für Kinder und Erwachsene kann der Ausflug auf das Eis tödlich enden.

Von: |Erschienen am: 6. Januar 2026 16:32|

Symbolfoto

Glitzerndes Eis lockt derzeit viele Spaziergänger und Familien nach draußen. Doch trotz der zweistelligen Minusgrade in den letzten Nächten sind die Eisschichten auf Wiesbadener Gewässern oft tückisch dünn und brüchig. Die Stadtverwaltung hat daher eine offizielle Warnung herausgegeben. Das Betreten von Eisflächen im gesamten Stadtgebiet ist lebensgefährlich und strikt untersagt.

Besondere Gefahr im Schiersteiner Hafen und auf Fließgewässern

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Eisfläche im Schiersteiner Hafen. Durch Strömungen, wechselnde Wasserstände und Sonneneinstrahlung kann das Eis hier von unten her aushöhlen, ohne dass man es an der Oberfläche bemerkt. Aber auch auf kleineren Bächen, Flüssen und Weihern – wie im Kurpark oder in den Aukammtal-Anlagen – besteht jederzeit das Risiko, einzubrechen.

Die Gefahr der Unterkühlung

Wer in eiskaltes Wasser einbricht, verliert innerhalb kürzester Zeit die Kontrolle über seinen Körper. Die extreme Kälte führt zu einem Kälteschock, die Muskeln verkrampfen und die Kräfte schwinden in Minutenschnelle. „Eingebrochene Personen unterkühlen oder ertrinken oft innerhalb weniger Minuten“, warnt die Stadt. Eltern werden dringend gebeten, ihre Kinder über diese unsichtbare Gefahr aufzuklären und sie nicht unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern spielen zu lassen.

Richtiges Verhalten im Notfall – Hilfe leisten, aber sicher!

Sollte es trotz aller Warnungen zu einem Unfall kommen, ist besonnenes Handeln gefragt. Die Stadt gibt folgende Verhaltensregeln aus:

  1. Notruf absetzen: Wählen Sie sofort die 112. Machen Sie genaue Angaben zum Ort, damit Feuerwehr und Rettungsdienst schnellstmöglich eintreffen können.

  2. Eigenschutz geht vor: Begeben Sie sich als Helfer niemals selbst auf das brüchige Eis. Die Gefahr, selbst einzubrechen, ist zu groß.

  3. Rettungsmittel nutzen: Reichen Sie der verunfallten Person vom sicheren Ufer aus Hilfsmittel wie lange Äste, Stangen, Leitern, Seile oder Rettungsringe.

  4. Erste Hilfe: Sobald die Person gerettet ist, muss sie vor weiterer Auskühlung geschützt (z.B. in Decken hüllen) und bis zum Eintreffen des Notarztes betreut werden. Eine medizinische Untersuchung ist nach einem Einbruch im Eis zwingend erforderlich.

Appell an die Vernunft

Bleiben Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit am Ufer. Die Feuerwehr Wiesbaden überwacht die Lage, weist jedoch darauf hin, dass es keine „offiziell freigegebenen“ Eisflächen auf öffentlichen Gewässern gibt. Nutzen Sie stattdessen die künstlichen Eisbahnen in der Region für sicheres Schlittschuhlaufen.

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