Arbeitsmarkt 2025

Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland stagniert – Dienstleistungssektor weiter stabil

Nach Jahren des Wachstums zeigt der deutsche Arbeitsmarkt 2025 erstmals wieder Stillstand. Laut Statistischem Bundesamt ging die Zahl der Erwerbstätigen leicht zurück. Gründe sind eine konjunkturelle Abkühlung und der demografische Wandel. Besonders die Industrie verliert Beschäftigte – während der Dienstleistungssektor weiterhin als Jobmotor wirkt. Experten sehen klare Signale eines tiefgreifenden Arbeitsmarktwandels – auch spürbar in Hessen und Wiesbaden.

Von: |Erschienen am: 2. Januar 2026 11:45|

Symbolfoto

Der Arbeitsmarkt in Deutschland gerät ins Stocken. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren in Deutschland rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig – und damit 5.000 weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte.

Nach fast zwei Jahrzehnten kontinuierlichen Beschäftigungszuwachses – abgesehen von einem Rückgang im Corona-Jahr 2020 – ist der Arbeitsmarkt 2025 erstmals leicht rückläufig.
Noch 2024 war mit 46,005 Millionen Erwerbstätigen der höchste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht worden. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich robust, aber deutlich gebremst“, heißt es in der Analyse der Bundesstatistiker.

Demografischer Wandel und Konjunkturflaute bremsen Beschäftigung

Maßgeblich für den Rückgang sind laut Destatis die schwächere Konjunktur und die zunehmenden Folgen des demografischen Wandels. Immer mehr Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen gehen in den Ruhestand, während nicht genügend junge Erwerbstätige nachrücken.

Zwar dämpfen eine steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitnehmern sowie die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte den Rückgang, doch reicht das aktuell nicht, um den Schrumpfungsprozess vollständig auszugleichen.

Dienstleistungssektor bleibt Jobtreiber

Stabil zeigt sich weiterhin der Dienstleistungssektor, in dem drei von vier Erwerbstätigen beschäftigt sind. Im Jahr 2025 arbeiteten 34,9 Millionen Menschen in diesem Bereich – ein Zuwachs von 164.000 Personen (+0,5 %).

Besonders stark war der Anstieg bei öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit, wo die Beschäftigung um 205.000 Personen (+1,7 %) zunahm. Auch die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie sonstige Dienstleistungen wie Verbände oder soziale Organisationen legten leicht zu.

Dagegen verzeichneten die unternehmensnahen Dienstleistungen, inklusive Zeitarbeit und Beratungswesen, ein Minus von 64.000 Personen (-1,0 %). Erstmals seit neun Jahren sank auch die Beschäftigung im Bereich Information und Kommunikation um 10.000 Personen (-0,6 %).

Industrie und Bau verlieren deutlich

Ganz anders die Situation in der industriellen Produktion. Im produzierenden Gewerbe ging die Zahl der Beschäftigten um 143.000 Personen (-1,8 %) auf 7,9 Millionen zurück.
Auch das Baugewerbe verzeichnete ein Minus – mit 23.000 Beschäftigten weniger (-0,9 %) auf 2,6 Millionen.

Lediglich 1,2 % der Erwerbstätigen arbeiteten 2025 in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei, auch hier setzte sich der negative Trend fort.

Mehr Arbeitnehmer – weniger Selbstständige

Interessant: Trotz insgesamt stagnierender Beschäftigung stieg die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leicht um 33.000 Personen (+0,1 %) auf 42,3 Millionen. Das zeigt, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stabil bleibt. Rückgänge gab es dagegen bei Selbstständigen und mithelfenden Familienmitgliedern, deren Zahl weiter sank – um 38.000 (-1,0 %) auf 3,7 Millionen.

Arbeitslosigkeit nimmt spürbar zu

Trotz weitgehend stabiler Beschäftigung stieg die Arbeitslosigkeit merklich an. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 1,7 Millionen Menschen erwerbslos, 161.000 mehr als im Vorjahr (+10,8 %). Damit erhöhte sich die Erwerbslosenquote von 3,1 % auf 3,5 %.

Das Erwerbspersonenpotenzial, also die Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitslosen, lag bei 47,5 Millionen – ein Plus von 156.000 Personen (+0,3 %).

Ausblick – Herausforderungen für 2026

Fachleute gehen davon aus, dass der deutsche Arbeitsmarkt auch 2026 unter Druck bleiben wird. Neben einer weiterhin schwächelnden konjunkturellen Entwicklung werden Fachkräftemangel und Strukturwandel zentrale Themen bleiben.

Für Wiesbaden und die Rhein-Main-Region gilt: Der Dienstleistungssektor – insbesondere Verwaltung, Bildung, IT und Gesundheitswesen – bleibt das Rückgrat der regionalen Beschäftigung. Gleichzeitig werden Produktions- und Handwerksbetriebe weiter nach Fachpersonal suchen müssen.

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