Arbeitslosenstatistik
Kaum Bewegung auf dem Arbeitsmarkt: 8,4 Prozent Arbeitslosenquote in Wiesbaden
Der Arbeitsmarkt in Wiesbaden zeigt im August kaum Veränderung: Die Arbeitslosenzahl stieg leicht an. Die Sommerflaute wirkt sich zudem spürbar auf den Ausbildungsmarkt aus, denn viele freie Stellen warten noch auf passende Bewerber.
Symbolfoto
Im August 2025 ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden, dazu zählen die Stadt Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis, leicht gestiegen.
Insgesamt waren 18.880 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 42 Personen mehr als im Juli, ein Zuwachs von 0,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl um 446 Personen bzw. 2,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent und entsprach damit dem Wert des Vormonats. Im August 2024 lag sie bei 7 Prozent.
Sommerflaute am Arbeitsmarkt
„Die Arbeitslosigkeit im August bewegt sich im Agenturbezirk Wiesbaden weiterhin auf einem hohen Niveau und hat sich im Vergleich zum Vormonat nur leicht verändert“, erklärt Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. „Wie in jedem Sommer reagiert der Arbeitsmarkt auch aktuell verhalten. Viele Unternehmen verschieben Einstellungsentscheidungen in die Zeit nach den Ferien, auch Jugendliche werden oft erst nach dem Urlaub wieder aktiv. Das wirkt sich spürbar auf die Dynamik bei Zu- und Abgängen aus.
Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Struktur des regionalen Arbeitsmarktes, die in Wiesbaden insgesamt für Stabilität sorgt. Wir beobachten weiterhin keine größeren Entlassungen durch Großbetriebe. Vielmehr sind es viele kleinere Veränderungen, etwa aus befristeten Beschäftigungen oder nach Ausbildungsende, die sich auf die Zahlen auswirken.“
Chancen bestehen weiterhin bei der Ausbildung
Baumann richtet den Blick auch auf den Ausbildungsmarkt: „Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart gibt es in vielen Berufen weiterhin Chancen. Unser Ziel ist es, auch jetzt noch beide Seiten zusammenzubringen: durch persönliche Berufsberatung, konkrete Vermittlung und enger Begleitung der Betriebe durch unseren Arbeitgeber-Service. Jugendliche, die noch nicht versorgt sind, rufen wir auf die Suche aktiv anzugehen, und ermutigen Betriebe, ihre freien Stellen nicht ungenutzt zu lassen.“
Unterschiedliche Entwicklungen in SGB III und SGB II
Im Bereich der Arbeitsagentur (SGB III) waren 5.399 Menschen arbeitslos gemeldet. Das bedeutet einen Rückgang von 57 Personen gegenüber dem Vormonat, jedoch einen Anstieg um 494 Personen im Jahresvergleich.
Im Bereich des Jobcenters (SGB II) lag die Zahl bei 13.481. Das sind 99 mehr als im Juli, aber 48 weniger als im Vorjahresmonat. Damit betreuten die Träger der Grundsicherung 71,4 Prozent aller registrierten Arbeitslosen.
Gemeldete Stellen leicht rückläufig
Im August wurden 550 neue Stellenangebote gemeldet. Das sind sechs mehr als im Juli, jedoch 119 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt standen im Agenturbezirk 2.351 offene Stellen zur Verfügung. Besonders gefragt waren Arbeitskräfte in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen (z. B. Sicherheit, Verkehr, Logistik), Handel, Kfz-Instandhaltung, freiberufliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und im Verarbeitenden Gewerbe.
Beschäftigungslage verbessert sich leicht
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorquartal um 550 auf insgesamt 197.401. Das entspricht einem Plus von 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 1.644 Beschäftigte mehr, ein Anstieg von 0,8 Prozent.
Weniger Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche
Bis August 2025 wurden im Bezirk der Arbeitsagentur Wiesbaden 2.378 Jugendliche als Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium registriert. Das waren 66 weniger als im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang um 2,7 Prozent. Aktuell sind 599 von ihnen noch ohne Ausbildungsplatz, im Vorjahr lag diese Zahl bei 554.
Die Betriebe und Verwaltungen in der Region meldeten bis August insgesamt 2.128 Ausbildungs- und duale Studienplätze – 61 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 2,8 Prozent entspricht. Statistisch gesehen kommen damit auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen 113 Bewerber.
Anstieg der Arbeitslosenquote in Wiesbaden
In der Landeshauptstadt Wiesbaden stieg die Zahl der Arbeitslosen im August 2025 auf 13.666. Das sind 52 Personen mehr als im Juli und 386 mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht auf 8,4 Prozent (Vormonat: 8,3 Prozent). Im Bereich der Arbeitsagentur (SGB III) waren 3.644 Personen arbeitslos, 66 weniger als im Juli, jedoch 347 mehr als im Vorjahresmonat. Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters (SGB II) wurden 10.022 Arbeitslose gezählt – ein Plus von 118 gegenüber dem Vormonat und 39 mehr als vor einem Jahr. Somit betreute das Jobcenter 73,3 Prozent der Arbeitslosen in der Stadt.
2.053 Menschen meldeten sich im August neu arbeitslos, davon 727 direkt aus einer Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 1.999 Personen ihre Arbeitslosigkeit – 578 davon durch Aufnahme einer neuen Tätigkeit. Insgesamt wurden 353 neue Stellen gemeldet – 12 mehr als im Juli, aber 116 weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand an offenen Stellen lag bei 1.479.
Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis
Im Rheingau-Taunus-Kreis sank die Zahl der Arbeitslosen im August auf 5.214, zehn Personen weniger als im Vormonat. Im Jahresvergleich entspricht dies dennoch einem Anstieg um 60 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 5,1 Prozent unverändert zum Vorjahr und zum Juli. Im Bereich der Agentur für Arbeit (SGB III) waren 1.755 Personen arbeitslos oder neun mehr als im Juli und 147 mehr als vor einem Jahr. Das Jobcenter (SGB II) zählte 3.459 Arbeitslose – 19 weniger als im Vormonat und 87 weniger als im Vorjahr. 66,3 Prozent der Arbeitslosen wurden vom Jobcenter betreut.
779 Personen meldeten sich im August arbeitslos, 327 davon direkt aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 791 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 240 davon durch eine neue Beschäftigung. Insgesamt wurden 197 neue Stellen gemeldet, sechs weniger als im Juli und drei weniger als im August 2024. Der Bestand an offenen Stellen belief sich auf 872.
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